Stellungnahme zur Causa Hopp

Immer wieder sorgte Dietmar Hopp in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen. So auch in den letzten Wochen und Monaten. Viele davon mit negativer Assoziierung zum Nachteil der TSG Hoffenheim. Insbesondere wir Fans haben uns jahrelang rückendeckend und zugegebenermaßen selbstprofitierend hinter Herrn Hopp und die mit ihm verbundene, zurecht kritisierte, überdurchschnittliche Einflussnahme im Fußball gestellt.

Die Abberufung von Geschäftsführer Dr. Peter Görlich, einem der wenigen Mitarbeiter aus der Region, kam überraschend und brachte bei uns das Fass zum Überlaufen. Zu oft wurden wir Fans in der Vergangenheit mit vetternwirtschaftlichen Personalentscheidungen hintergangen. Und jedes Mal haben wir Fans das einfach so hingenommen. Wohl wissend, dass es die TSG ohne Dietmar Hopp in dieser Form nicht geben würde. Eine differenzierte Auseinandersetzung unsererseits ist inzwischen unumgänglich und findet deshalb statt.

 

Für uns ist die Umstrukturierung der Geschäftsführung nicht nachzuvollziehen. Laut übereinstimmenden Medienberichten lässt sich diese Entscheidung ohne Zweifel auf Mäzen und Mehrheitsgesellschafter Dietmar Hopp zurückführen. Schon 2014 kündigte Hopp an, sich ab dem Zeitpunkt aus dem operativen Geschäft herauszuhalten, in dem die TSG schwarze Zahlen schreibt. Das ist längst der Fall und trotzdem mischt sich Herr Hopp, der als Gesellschafter weiter 96% der „Fußball-Spielbetriebs GmbH“ hält, weiter und ohne erkennbare Not in jenes operative Geschehen ein – Dr. Peter Görlich wurde abgesägt, da er sich zu kritisch gegenüber den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Herrn Hopp und Roger Wittmann äußerte.

 

Wittmann‘s Berateragentur „ROGON“ platzierte in der Vergangenheit überdurchschnittlich viele Spieler bei unserem Verein. Davon allein zwölf in der abgelaufenen Saison, wenn man Profimannschaft, U23 und Leihgeschäfte addiert. Erst in dieser Woche wurden zwei Perspektivspieler aus Frankreich verpflichtet, die ebenfalls mit „ROGON“ in Verbindung gebracht werden. Zufall? Wohl eher nicht.

Hinzu kommen die Berichte über den „Barra Futebol Clube“, einem Amateurverein aus dem Süden Brasiliens, hinter dem ein unübersichtliches Geflecht aus diversen Holdings steckt, dessen Fäden zu Roger Wittmann und Dietmar Hopp führen.

Tatsachen, die einen kritischen Unterton mehr als legitimieren. Kritik, die in Hoffenheim grundsätzlich nicht erwünscht ist. Es wird Zeit, dass hier die Karten auf den Tisch gelegt und die intransparenten und moralisch fragwürdigen Spielervermittlungen beendet werden!

 

Dass Herr Hopp überaus empfindlich auf Kritik reagiert ist inzwischen hinlänglich bekannt. Er sonnt sich gerne als selbstloser Gönner, als ‚Mann des Volkes‘ und wird von seinen prominenten Freunden als „Ehrenmann“ oder „letztem echten Fußballfan“ bezeichnet. Worte, die man allmählich hinterfragen sollte. Ein Ehrenmann würde diese Machenschaften in Brasilien nicht betreiben, er würde mit Kritik umgehen können und nicht reagieren wie ein kleines Kind.

Ein Ehrenmann hätte inzwischen auch einen Weg gefunden, sich mit teils diffamierenden Darstellungen und Äußerungen gegnerischer Fans zu arrangieren. Stattdessen wird mit Anzeigen um sich geworfen und somit noch mehr Öl ins Feuer gegossen.

 

 

Die direkten Konsequenzen der mangelnden Kritikfähigkeit bekommt nun nicht nur Herr Dr. Görlich zu spüren, sondern auch die TSG. Vor einem Jahr wurde überraschend Denni Strich in der Geschäftsführung installiert. Dass Herrn Strich nun eine größere Rolle zuteilwird, verwundert nicht. Schließlich wird auch ihm eine persönliche Nähe zu Dietmar Hopp nachgesagt. Diese Vetternwirtschaft darf nicht auf dem Rücken des Vereins ausgetragen werden. So stellt sich am Ende für uns Fans als Basis eines jeden Vereins die Frage, ob es sich bei all den jahrelangen Interventionen Hopp‘s noch immer lediglich um den Herzenswunsch, ‚seinen‘ Dorfverein in der 1. Bundesliga zu sehen, handelt.

 

Fanszene Hoffenheim

6. Juni 2021


Das Fass ist voll!

Aufgrund der seit Monaten anhaltenden Geschehnisse rund um die Person Dietmar Hopp und wie er unseren Verein repräsentiert, bzw. in diesem immer noch agiert, sehen wir uns nun gezwungen, dazu Position zu beziehen. 

In einer Stellungnahme, welche in Kürze erscheinen wird, äußern wir uns zu den Ereignissen.

 

Fanszene Hoffenheim

4. Juni 2021


Stellungnahme zur ZDF-Doku

Wir schreiben den 29. Februar 2020. Ein Datum, das es nur alle vier Jahre gibt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Auf dem Bundesliga-Spielplan steht das Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München. Die Wenigsten rechneten damit, dass die Sinsheimer Arena aus bekannten Gründen zum letzten Mal für unbestimmte Zeit ausverkauft sein würde. Nicht nur deshalb sollte diese Begegnung noch lange in unseren Gedächtnissen verbleiben.

 

Schon in der Woche zuvor überschlugen sich die Ereignisse. Die Fans von Borussia Dortmund wurden mit einer dreijährigen Sperre für die Auswärtsspiele bei uns in Hoffenheim bestraft. Dies geschah trotz des Versprechens des DFB, künftig auf Kollektivstrafen zu verzichten. Die Gladbacher Szene nahm das Urteil zum Anlass für eine verunglimpfende Plakataktion gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. Da es derartig anstandslose Transparente in der Vergangenheit schon oft zu sehen gab, verwunderte die anschließende Spielunterbrechung und die scharfe Berichterstattung im Nachgang doch sehr. Hätte das doch schon viel öfter der Fall sein müssen!

 

Bei besagtem Heimspiel gegen die Bayern ein ähnliches Bild. Im Münchner Block waren Transparente zu sehen, die persönliche Beleidigungen gegen Herrn Hopp enthielten. Wieder folgte eine Spielunterbrechung. Was nun geschah, darf gewiss als historisch bezeichnet werden. Dietmar Hopp betrat sichtlich getroffen zusammen mit Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge das Spielfeld und ließ sich von Hoffenheimer Anhängern feiern. Die Spieler solidarisierten sich. Nach der langen Unterbrechung spielten sie sich für die verbleibenden 20 Minuten nur noch Kurzpässe zu. Die Bayern führten bereits vor der Unterbrechung mit 6:0, was an diesem Tag nur eine Randnotiz sein sollte. Das Medienecho in Nachgang war selbstverständlich gewaltig.

Das ZDF rekonstruierte die Geschehnisse rund um diesen Tag in einer sehenswerten Dokumentation, in der deutlich wird, dass offensichtlich sowohl der FC Bayern München, als auch die TSG Hoffenheim wussten, was an diesem Tag im Gästeblock passieren wird. Sogar der Schiedsrichter wurde vorab vom DFB mit konkreten Handlungsanweisungen darauf vorbereitet. Das ging so weit, dass selbst der Sky-Kommentator im Vorgespräch eindeutige Hinweise erhielt.

 

Diese Tatsachen lassen die Vermutung aufstellen, dass die Bilder vom 29. Februar bewusst in Kauf genommen wurden, um Dietmar Hopp medienwirksam als Opfer zu stilisieren. In anderen Worten: Nach unserer Auffassung wurden die Zuschauer in der Sinsheimer Arena zu Zeugen eines Schauspiels.

Wir können uns noch genau an die Einlasskontrollen an diesem Tag erinnern. Sie waren strenger als sonst. War das im Gästebereich auch so? Wie gelangten die Transparente in den Gästeblock? Würde man als Heimverein im Vorfeld nicht alles dafür tun, um eine weitere Verunglimpfung von Herrn Hopp zu verhindern?

Die Ultras des FC Bayern berichteten davon, dass einzelne Mitglieder immernoch Post vom Gericht erhalten würden. Ein Anführer wurde schon verurteilt - er war auf einen Zaun geklettert und befand sich damit im Luftraum des Innenraums der Arena. Ohne das Gerichtsurteil wertend zu betrachten, löst es in diesem Zusammenhang doch eher Kopfschütteln aus.

 

Da die TSG Hoffenheim in der ZDF-Doku keine Stellung beziehen wollte, fordern wir hiermit die Geschäftsstelle zu einer öffentlichen Stellungnahme in Bezug auf die Ereignisse des 29. Februar 2020 auf!

 

Sektion Kraichgau 2013

10. April 2021