Stellungnahme zur ZDF-Doku

Wir schreiben den 29. Februar 2020. Ein Datum, das es nur alle vier Jahre gibt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Auf dem Bundesliga-Spielplan steht das Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München. Die Wenigsten rechneten damit, dass die Sinsheimer Arena aus bekannten Gründen zum letzten Mal für unbestimmte Zeit ausverkauft sein würde. Nicht nur deshalb sollte diese Begegnung noch lange in unseren Gedächtnissen verbleiben.

 

Schon in der Woche zuvor überschlugen sich die Ereignisse. Die Fans von Borussia Dortmund wurden mit einer dreijährigen Sperre für die Auswärtsspiele bei uns in Hoffenheim bestraft. Dies geschah trotz des Versprechens des DFB, künftig auf Kollektivstrafen zu verzichten. Die Gladbacher Szene nahm das Urteil zum Anlass für eine verunglimpfende Plakataktion gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. Da es derartig anstandslose Transparente in der Vergangenheit schon oft zu sehen gab, verwunderte die anschließende Spielunterbrechung und die scharfe Berichterstattung im Nachgang doch sehr. Hätte das doch schon viel öfter der Fall sein müssen!

 

Bei besagtem Heimspiel gegen die Bayern ein ähnliches Bild. Im Münchner Block waren Transparente zu sehen, die persönliche Beleidigungen gegen Herrn Hopp enthielten. Wieder folgte eine Spielunterbrechung. Was nun geschah, darf gewiss als historisch bezeichnet werden. Dietmar Hopp betrat sichtlich getroffen zusammen mit Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge das Spielfeld und ließ sich von Hoffenheimer Anhängern feiern. Die Spieler solidarisierten sich. Nach der langen Unterbrechung spielten sie sich für die verbleibenden 20 Minuten nur noch Kurzpässe zu. Die Bayern führten bereits vor der Unterbrechung mit 6:0, was an diesem Tag nur eine Randnotiz sein sollte. Das Medienecho in Nachgang war selbstverständlich gewaltig.

Das ZDF rekonstruierte die Geschehnisse rund um diesen Tag in einer sehenswerten Dokumentation, in der deutlich wird, dass offensichtlich sowohl der FC Bayern München, als auch die TSG Hoffenheim wussten, was an diesem Tag im Gästeblock passieren wird. Sogar der Schiedsrichter wurde vorab vom DFB mit konkreten Handlungsanweisungen darauf vorbereitet. Das ging so weit, dass selbst der Sky-Kommentator im Vorgespräch eindeutige Hinweise erhielt.

 

Diese Tatsachen lassen die Vermutung aufstellen, dass die Bilder vom 29. Februar bewusst in Kauf genommen wurden, um Dietmar Hopp medienwirksam als Opfer zu stilisieren. In anderen Worten: Nach unserer Auffassung wurden die Zuschauer in der Sinsheimer Arena zu Zeugen eines Schauspiels.

Wir können uns noch genau an die Einlasskontrollen an diesem Tag erinnern. Sie waren strenger als sonst. War das im Gästebereich auch so? Wie gelangten die Transparente in den Gästeblock? Würde man als Heimverein im Vorfeld nicht alles dafür tun, um eine weitere Verunglimpfung von Herrn Hopp zu verhindern?

Die Ultras des FC Bayern berichteten davon, dass einzelne Mitglieder immernoch Post vom Gericht erhalten würden. Ein Anführer wurde schon verurteilt - er war auf einen Zaun geklettert und befand sich damit im Luftraum des Innenraums der Arena. Ohne das Gerichtsurteil wertend zu betrachten, löst es in diesem Zusammenhang doch eher Kopfschütteln aus.

 

Da die TSG Hoffenheim in der ZDF-Doku keine Stellung beziehen wollte, fordern wir hiermit die Geschäftsstelle zu einer öffentlichen Stellungnahme in Bezug auf die Ereignisse des 29. Februar 2020 auf!

 

Sektion Kraichgau 2013

10. April 2021